DRC Oschersleben Lauf 5 und 6

Der Wetterbericht sagte nichts Gutes voraus, als es zur DRC nach Oschersleben ging. Das erste freie Training am Freitag fand dann auch im Nassen statt, was uns aber nicht weiter störte, da es als reiner Funktionstest gedacht war. Ab Mittag war die Strecke dann trocken und gemeinsam mit IDM Fahrern wie Markus Reiterberger und Danny de Boer ging es auf die Jagd nach schnellen Rundenzeiten. Ab und zu konnte ich mich kurzzeitig an einen der schnellen Fahrer hängen und deren Linie studieren, musste aber natürlich immer wieder abreißen lassen. Es war interessant zu sehen, wo die Jungs die Zehntel holen und ein bisschen was davon konnte ich für mich nutzen. So kam es dann wie es kommen musste und ich konnte am Nachmittag mit einer 1:29,998 die magische 1:30 knacken. Wir waren damit mehr als zufrieden, denn in allen Turns konnte ich trotz gebrauchter Reifen konstant tiefe 1:30er Zeiten fahren. Am Abend stellten wir die R1 dann endlich auf neue Reifen und freuten uns auf die Qualifyings am Samstag.

Bei guten äußeren Bedingungen ging es ins erste Quali und bereits nach der dritten Runde zeigte mir mein Laptimer eine 1:29,84 an. Ich fuhr wieder in die Box und wir entschieden, dass wir erst mal abwarten wollten. Da niemand schneller war, hatte ich mit gut einer Sekunde Vorsprung die provisorische Pole. Das Wetter wurde wieder schlechter und die Strecke feucht, daher verzichteten wir auf das zweite Qualifying, denn die Pole Position war mir auf jeden Fall sicher.

Im Nachhinein hätte ich vielleicht doch im Nassen trainieren sollen, denn meine Performance im ersten Rennen am Spätnachmittag, das als Regenrennen stattfand, war, vorsichtig ausgedrückt, suboptimal. Das erste Mal mit der R1 im Regen und auf den für mich neuen  Pirelli Regenreifen war sehr ungewohnt und entsprechend bescheiden waren meine Rundenzeiten. Hier besteht auf jeden Fall noch Handlungsbedarf. Ich kam als 16. von 28 Startern ins Ziel aber war trotzdem noch Dritter in der für mich wichtigen Stockwertung. So bin ich dann doch noch mit einem blauen Auge davongekommen.

Nach einem kurzen Warmup ging es dann am frühen Sonntagvormittag in das zweite Rennen, das zu meinem Glück trocken war. Ich konnte den Start gewinnen und hatte anschließend über das ganze Rennen tolle Zweikämpfe mit dem niederländischen Gaststarter Tim van Ooijen. Gemeinsam mit einem weiteren Gaststarter aus Belgien bildeten wir eine Dreiergruppe und konnten uns deutlich vom Feld absetzen. Die Führung wechselte mehrfach und trotz einiger Ellbogen- und Kniekontakte blieb es jederzeit sicher und fair, es war einfach Motorsport, wie ich ihn mir vorstelle. Mit einer 1:29,8 konnte ich die schnellste Rennrunde fahren. Gegen Rennende baute mein Hinterreifen, mit dem ich schon das Qualifying gefahren war, ab und ich musste van Ooijen ziehen lassen. Ich wurde also nur Zweiter, aber in der Stockwertung gab es die volle Punktzahl. Somit führe ich jetzt deutlich die Stockwertung der DRC an und auch in der Superbike Open Wertung bin ich nur drei Punkte hinter dem Führenden.

DRC Most Lauf 3 und 4

Das Pfingstwochenende fand für uns in Most zur zweiten DRC Veranstaltung 2017 statt. Die freien Trainings am Freitag nutzten wir für diverse Test- und Einstellarbeiten und hatten meine Yamaha R1 am Ende des Tages genau da, wo wir sie haben wollten. Reifen und Fahrwerk waren für die zu erwartenden Temperaturen angepasst und auch der Motor ging jetzt trotz des Serienauspuffs so, wie man sich das vorstellt. Eine 1:39 war das Ergebnis des Tages für uns.

Am Samstag im ersten Qualifying ging es sofort zur Sache. Ziel war es, mit möglichst wenig Runden sofort eine gute Zeit zu schaffen, was mir mit einer 1:38 auch gelang. Ich fuhr nach fünf Runden wieder an die Box und wir waren uns sicher, dass diese Zeit für die Pole Postion reichen würde. Ebenfalls unterwegs im ersten Qualifying waren meine Clubkameraden vom HMC Hannover, nämlich Christoph Pudlo, Mario Mantai und Thorsten Hohnemann. Sie nutzten die DRC Veranstaltung zum Training für das am Montag stattfindende Langstreckenrennen. In dem mit 27 Fahrern stark besetzten Feld war der HMC damit gut vertreten. Meine Rundenzeit wurde nicht verbessert und so war ich auf Platz eins des Q1.

Um das Material zu schonen und auch Reifen zu sparen, nahmen wir nicht am zweiten Qualifying teil, sondern setzten darauf, dass wegen der jetzt höheren Temperaturen meine Zeit aus Q1 Bestand haben würde. So kam es dann auch und ich hatte den ersten Startplatz mit 0,9 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten sicher. Anschließend kam der Regen, der bis zum nächsten Morgen anhielt und erst zu unserem Rennen am späten Sonntagvormittag war die Strecke wieder trocken.

Den Start zum ersten Rennen fuhr ich verhalten, denn ich war mir nicht sicher, ob nach dem Regen der Grip noch wie am Vortag war und wollte nichts riskieren. Ich kam als sechster aus der ersten Runde zurück, allerdings hatte Thorsten Hohnemann vor mir einen Frühstart und rutschte wegen seiner 20 Sekunden Strafe hinter mich. Ich fuhr den fünften Platz nach Hause, denn ich wusste, dass ich in der Stock Wertung auf Platz eins lag und die vollen Punkte für den Sieg bekommen würde. Was mich besonders freute, war, dass alle HMC Fahrer unter den Top Ten waren.

Den Start zum zweiten Rennen am späten Nachmittag konnte ich gewinnen und führte, bis mich Mario Mantai noch in der ersten Runde an einer Stelle überholte, an der ich überhaupt nicht mit ihm gerechnet hatte. Ende Start/ Ziel holte ich mir dann die Führung zurück und versuchte mich abzusetzen. Leider gelang es mir nicht wirklich, denn zwei Fahrer waren nicht abzuschütteln und waren nie weiter als eine Sekunde hinter mir. In der letzten Runde überholte mich einer von ihnen aus dem Windschatten heraus und ich blieb an ihm dran in der Hoffnung, dass er einen Fehler machen würde und ich ihn wieder überholen könnte. Leider tat er mir diesen Gefallen nicht und so ging ich als Zweiter durchs Ziel. Das störte mich nicht wirklich, da der Erste als Gaststarter sowohl in der Open- als auch in der Stockwertung keine Punkte bekam.

Auch in diesem Rennen war der HMC mit drei Fahrern unter den ersten sechs mehr als gut vertreten.

Mit zweimal 25 Punkten für die Siege in der Stockwertung konnte ich meine Tabellenführung deutlich ausbauen und freue mich nun auf mein Heimrennen Ende des Monats in Oschersleben.

 

IBPM Lausitzring

Das lange Vatertagswochenende verbrachten wir bei der IBPM auf dem Lausitzring. Den Freitag nutzten wir für ein paar Tests und auch, um einfach mehr Fahrpraxis auf der R1 zu bekommen. Mit uns waren auch das IDM Team Laux mit Sarah Heide und das Team Bergau mit Daniel Bergau unterwegs. Ich konnte mir einiges dort abgucken, aber zurzeit ist das noch eine andere Liga.

Nach den Qualifyings stand fest, dass ich mit meiner R1 von Startplatz vier starten würde. Damit war ich mehr als zufrieden, denn unter den über 30 Teilnehmern waren auch einige schnelle Jungs aus dem BMW S1000RR Cup, der ebenfalls dort stattfand.

Als der Mann mit der roten Flagge die Startaufstellung zum ersten Rennen verlassen hatte, dachte ich, die Welt geht unter. Alle um mich herum schalteten ihre Launchcontrol ein und gaben Vollgas, von meiner R1 mit dem Serientopf war natürlich nichts mehr zu hören. Aber da ich sowieso „oldschool“ starte und mich auf mein Gefühl verlasse, war mir das relativ egal. Als die Ampel ausging, konnte ich sofort zwischen Sarah Heide und Martin Nilsson vor mir durchgehen und die Führung des Feldes übernehmen. Ganz konnte ich die Pace meiner Gegner noch nicht mitgehen, was vielleicht auch den gebrauchten Reifen geschuldet war und so beendete ich das Rennen mit vier Sekunden Abstand auf die Spitze auf Platz vier und einer persönlichen Bestzeit von 1:44,7.

Das zweite Rennen fand bei hochsommerlichen 30 Grad am Nachmittag statt und ging über 17 Minuten plus eine Runde. Ich bog als Dritter in die erste Kurve ein und fand mich nach der ersten Runde auf Platz fünf wieder. Zur Mitte des Rennens schieden zwei Fahrer vor mir aus und ich war somit bereits Dritter. Ich schaute mir meinen dänischen Kollegen auf seiner BMW in den nächsten Runden an und entschied mich für ein finales Manöver vor der letzten Schikane. Ich konnte mich dann in der letzten Runde dort vorbeibremsen und kam knapp vor ihm ins Ziel. Das war der zweite Platz, aber da Sarah, die das Rennen gewann, außerhalb der Wertung fuhr, bekam ich die volle Punktzahl und führe nun auch diese Meisterschaft an.

DRC Hockenheim

Mitte Mai ging es zu den ersten Läufen der DRC nach Hockenheim, gefahren wurde die GP Variante. Für mich war es das erste Mal mit der Yamaha R1 und entsprechend gespannt war ich, wie ich damit klar kommen würde.

In den Qualifyings zeigte sich dann sehr schnell, dass ich mit der Serienauspuffanlage leitungsmäßig deutlich unterlegen war, die Kollegen flogen auf der Parabolika nur so an mir vorbei. Startplatz sechs war das Resultat, vor mir nur Motorräder mit „gehobener“ Ausstattung.

Den Start zum ersten Rennen konnte ich gewinnen, aber meine Führung hielt nur bis zur Parabolika, dann wurde ich eingeatmet. Ich hatte im Rennen ein paar schöne Positionskämpfe mit „Tead“ #40 und kam als Neunter ins Ziel. In der Stockwertung bedeutete das Platz zwei und schon mal 20 Punkte.

Der Start zum zweiten Rennen war etwas chaotisch, der Fahrer vor mir hatte Probleme mit seiner Maschine und hob die Hand, aber es wurde nicht abgebrochen. Ich musste also einen kleinen Schlenker fahren und da waren die beiden ersten schon mal weg. Ich fuhr dann in einer Kampfgruppe mit drei weiteren Fahrern und konnte mich erst gegen Rennmitte etwas absetzen. Der vierte Platz im Ziel war das Ergebnis und in der Stockwertung war ich sogar Erster mit weiteren 25 Punkten für die Meisterschaft, die ich nun anführe.

Mein erstes Rennen mit der R1

Bilder von Ron Pätzig

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